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    26.02.2013
    Die Geschichte Osdorfs
           
    Führung am 01. Mai 2013
      LICHTERFELDE TELTOW-FLÄMING     FÜHRUNGEN GESCHICHTE

    © Foto: Gutshaus, Quelle: Jens Leder
    Osdorf- das verschwundene Dorf
    Kostenlose Führung

    Am Mittwoch, dem 01.Mai 2013 um 14 Uhr startet eine Wanderung mit Jens Leder von Lichterfelde-Süd bis nach Osdorf an der Berliner Stadtgrenze auf den Spuren des Heimatwanderers aus den 20er Jahren, Wilhelm Reichner. Der Startpunkt der Wanderung ist der Eingang am Park der Otto-Lilienthal-Gedenkstätte, Schütte-Lanz-Str. 37 (S-Bahnhof Osdorfer Str. Bus 112 und 284). Nach dem Besuch dieses Gedenkortes geht es weiter entlang der Schütte-Lanz-Straße, die ein ehemaliger Zufahrtsweg zum Stadt- und Rieselgut Osdorf war und auf der es Interessantes zu berichten gibt. Osdorf weist eine Geschichte von mehr als 600 Jahren auf, die der Historiker Jens Leder erforscht hat, und lag nach dem Mauerbau im Sperrgebiet, bis es 1970 abgerissen wurde. Dauer bis zu 3 Stunden, Teilnahme kostenlos. Weitere Informationen erhalten Interessierte von Herrn Jens Leder über Tel. 75 47 90 41, Mobil: 0174/ 53 56 721 oder histoleder71@gmx.de.

    Das verschwundene Dorf - Osdorf

    Was sagt Ihnen der Name Osdorf? Die Älteren werden sich noch an das Dorf erinnern, die Jüngeren kennen bestimmt die Osdorfer Str. in Lichterfelde-Süd. Und so mancher, der den ehemaligen Grenzstreifen zur Naherholung für sich entdeckt hat, ist bereits auf den verschlungenen Wegen des Osdorfer Wäldchens spaziert, ohne es vielleicht zu wissen. Dieses ist nämlich ein kleines Paradies direkt vor unserer Haustür, ein Laubwäldchen unmittelbar vor den Toren Marienfeldes und Lichterfeldes - begrenzt durch die B 101 und die Osdorfer Straße. Ein Fleckchen Erde mit einer langen Geschichte und einen Namen: Osdorf.
    Der studierte Historiker Jens Leder hat sich intensiv mit der Geschichte Osdorfs auseinandergesetzt und diese niedergeschrieben. Er "reist" mit uns durch die Geschichte eines Dorfes, das 1970 von der Karte verschwand, eingeebnet durch Bulldozer, weil es im Sperrgebiet zur Grenze West-Berlins lag. Nur die große Gutsscheune blieb damals stehen.

    Noch heute aber zeugen Spuren von der mehr als 600-jährigen Geschichte des Ortes (1369 erstmals urkundlich erwähnt) und laden ein, mehr zu erfahren über das ehemalige Nachbardorf von Lichterfelde, Lankwitz und Marienfelde: Da ist die in Teilen noch erhaltene historische Wegpflasterung mitten im Wald zu entdecken. Wenn auch alles zugewachsen erscheint, verraten die Linden rechts und links, dass man sich auf der alten Dorfstraße befindet. In den Trümmerfeldern der ehemaligen Gutsarbeiterhäuser, die den Weg säumen, verbergen sich Ziegel und Steine, die noch den Namen der Ziegelein in Glindow und Rathenow tragen. Immerhin lebten 1968 noch ca. 150 Menschen in dem wegen seiner geografischen Lage vernachlässigten und langsam verfallenden Dorf. Vorbei an der alten Gutswiese, die heute als Weidefläche für Pferde und andere Tiere dient, führt nur ein kleiner Pfad zu den Ruinen des alten Herrenhauses. Im alten Gutspark kann man noch Überreste eines Gutsherrengrabes, das viel schildert, finden. Der sich hinter einem ausgetrockneten Abflussgraben aus der Zeit der Rieselfeldwirtschaft anschließende Osdorfer Gutswald reichte damals bis an die Lichterfelder Ortsgrenze und wurde zu DDR-Zeiten zum Grenzbau zur Hälfte gerodet. Heute ist es nicht zuletzt den Mitstreitern der Umweltinitiative Teltower Platte zu verdanken, dass die Brachfläche nach der Wende wieder aufgeforstet ist. Der Wald war auch Spielstätte eines Lichterfelder Gymnasiasten und Leutnants: Gustav Krech. Als der junge Krech 1918 im Ersten Weltkrieg in Frankreich fiel, setzten ihm seine Eltern einen 165 cm hohen Gedenkstein, der bis zum Sommer 2006 noch am nördlichen Rand des Altwaldes zu finden war. Vandalismus machte es allerdings notwendig, den Stein umzusetzen. Man findet ihn seit dem 13. November 2006 restauriert (mit Ausnahme der Inschrift) im Vorgarten des Heimatmuseums Steglitz in der Lichterfelder Drakestraße.

    Inschrift: Gedenkstein Gustav Krech:
    "Und wer den Tod im heiligen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland. Unserm Sohn Leutnant im Garde-Schützen-Bataillon Gustav Krech zum ehrenden Gedächtnis. Er fiel im 20. Lebensjahr am 9. Juni 1918 bei Lassigny. In diesem Walde lebte er mit Baum und Busch und allem Getier. Hier wuchsen seiner Seele Flügel."


    Seit 1874 zählen Osdorf und Friederikenhof, die in den nachfolgenden Jahren als Rieselgüter aufgekauft wurden, zu den Berliner Stadtgütern. Die umliegenden stadtnahen Felder wurden bis 1976 als Rieselfelder von Berlin genutzt. Zwei Jahre zuvor entstand in Berlin Marienfelde für die Westberliner Abwässer ein Klärwerk. Tiefe Furchen, die das Osdorfer Wäldchen durchschneiden, zeugen noch heute von der einstigen Rieselfeldwirtschaft. Ein Spaziergang im Wäldchen verspricht, ein spannendes Erlebnis zu werden. In der Osdorfer Gutsscheune existieren seit Ende 2007 für Besucher eine Heimatstube als Café und ein Hofladen.





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