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    31.12.2013
    Netzwerk Erinnerungskultur
           
    Stolpersteine in Steglitz
      STEGLITZ     GESCHICHTE

    © Foto: copyright kiezkontakt
    Stolpersteine erinnern

    Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist der einzige von zwölf Berliner Stadtbezirken, bei dem die Erinnerungskultur in Form von Stolpersteinverlegungen in kirchlicher Hand liegt. Im Netzwerk Erinnerungskultur des Kirchenkreises Steglitz engagiert sich Pfarrerin Dr. Katrin Rudolph der Ev. Markus-Kirchengemeinde. Sie koordiniert ehrenamtlich die Stolpersteinverlegungen im Bezirk Steglitz und organisiert Treffen engagierter Bürgergruppen, die sich für die Kultur des dezentralen Gedenkens an die Opfer der NS-Diktatur einsetzen.
    Ein großes, dickes, schlichtes graues Buch spielt bei ihrer Arbeit immer wieder eine wichtige Rolle. Es ist das „Gedenkbuch Berlins“ und erinnert an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. „Ihre Namen mögen nie vergessen werden!“, so steht es auf dem Buchdeckel des gewichtigen Buches und die Last, die es in sich trägt, wiegt wahrlich schwer. In ihm findet man kommentarlos und alphabetisch aneinandergereiht alle Namen der Deportierten und Ermordeten mit ihrem letzten Wohnsitz in Berlin, Datum und Transportnummer in eines der Konzentrationslager. Jedes Mal sind die Namen und Daten nur Beginn eines Puzzles, das die vielen ehrenamtlich Tätigen anfangen zusammenzusetzen, um das Schicksal der Verfolgten wieder ins Gedächtnis zu rufen.

    Auf der Homepage www.Stolpersteine-Berlin.de finden Interessierte Orte der verlegten Stolpersteine und Biografen der ehemaligen Bewohner.

    Stolperstein-Koordination Steglitz: Pfarrerin Dr. Katrin Rudolph, rudolph@markus-gemeinde.de, Tel. (030) 79470627

    15 neue Stolpersteine für Steglitz

    Bereits im September wurden an fünf Orten in Steglitz neue Stolpersteine verlegt.
    Namentlich erinnern zwei Stolpersteine in der Lankwitzer Barbarastr. 14 an Lotte und Erich Panowsky. In der Halskestraße 14 findet man Stolpersteine für Grete, Hildegard und Gerhard Borchardt sowie Rosel Richter. In der Heesestr. 1 gedenkt man an Else Schröder und in der Fregestr. 39b an Leopold Neumann.

    Am Gedenkort Albrechtstraße 38 wird einiger Mitglieder der Großfamilie Weiss gedacht: Elfriede Blumenthal, geb. Weiss, ist 1936 gemeinsam mit ihrer Nichte Lily Philipp Besitzerin des Grundstücks in der Albrechtstraße 38, wo beide mit ihren Familien wohnen. Lily Philipp führt dort das Damen-Konfektionshaus ihres Vaters Adolf Weiss weiter. 1939 erzwingt die NS-Rassenpolitik die Liquidation des Grundstücks. Die Familie Philipp kann mit ihrem Anteil die Auswanderung nach Chile vorbereiten. Elfriede Blumenthal bleibt mit ihrem Ehemann Ludwig dort wohnen.

    Auch Marianne Kaiser, geb. Weiss, lebt in der Albrechtstraße 38. Tochter Hertha Lewy zieht 1938 mit ihrem Ehemann Max zu ihr. Beide sind zu Zwangsarbeit im Werk Borsigwalde der Deutschen Waffen und Munitionsfabriken AG verpflichtet. Ab 1939 werden weitere Verwandte, Georg Schindler mit seiner Ehefrau Klothilde, Untermieter bei Kaiser und Lewy.

    Am 14. September 1942 erfolgt die Deportation von Marianne Kaiser mit dem 65. Alterstransport nach Theresienstadt, am 9. Dezember 1942 die Deportation von Hertha und Max Lewy mit dem 23. Ost-Transport nach Auschwitz. Am 2. März 1943 wird auch Klothilde Schindler mit dem 31. Ost-Transport nach Auschwitz deportiert. Am Folgetag sind es Elfriede und Ludwig Blumenthal und Georg Schindler, die mit dem 32. Ost-Transport nach Auschwitz deportiert werden. Da einen Tag später weitere jüdische Bewohner des Hauses "abgeschoben" werden, gilt das Haus in der Albrechtstraße 38 damit als "judenrein".





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