3 1
  • Artikel



    22.09.2014
    Meine Schule in Marienfelde
           
    Rückblicke
      MARIENFELDE     SCHULE

    © Foto: Veranstalter
    Gleich zwei Marienfelder Schulen feierten im September diesen Jahres ein Jubiläum. Die Gustav-Heinemann-Schule wurde 1974 als 2. Oberschule Tempelhof gegründet und zog 1975 in ein damals neu errichtetes quaderförmige Gebäude mit fünf Ebenen am Tirschenreuther Ring ein. Dabei handelte es sich um ein „multifunktionales Bildungszentrum mit Tageslichtersatzräumen - und überforderter Klimaanlage“. Es beherbergte neben der Schule eine Stadtbücherei, einen Jugendclub mit Diskothek und eine Volkshochschule. Natürlich war es 1988 für die gesamte Schulgemeinschaft ein Schock, als das Schulgebäude am Tirschenreuther Ring wegen der Entdeckung von Spritzasbest kurzfristig geschlossen werden musste.
    Über Tausend Heinemann-Schülerinnen und -schüler wurden für einige Monate auf benachbarte Schulen verteilt. Die damalige Pädagogische Hochschule in Lankwitz nahm dann für zwei Schuljahre die gesamte Schülerschaft provisorisch auf. Das ursprünglich für 5 bis 6 Jahre als Provisorium konzipierte und bis heute so geschätzte Schuldorf in Pavillonbauweise in der Waldsassener Straße konnte erst im August 1990 bezogen werden. Hier entstand eine Schulkultur, die bis heute Schule gemacht hat und sich immer noch großer Beliebtheit erfreut.
    Inzwischen läuft der Architektenwettbewerb für einen Neubau am Tirschenreuther Ring und die Schule wünscht sich einen Baukörper, der die angenehme Atmosphäre des jetzigen Schuldorfs ermöglicht.

    Kiepert-Grundschule
    Bereits das 50-jährige Bestehen feiert die Marienfelder Kiepert-Grundschule. Sie steht in der langen Tradition der Dorfschule von Marienfelde, die ursprünglich nahe der alten Dorfkirche beheimatet war. Grundschullehrer Godwin T. Petermann, der sich auch im Arbeitskreis Historisches Marienfelde engagiert, stieg anlässlich des Schuljubiläums tief in die Annalen des Marienfelder Schulwesens ein, um mit seiner Klasse 6c bei der Festrede zum Jubiläum am 19.September dem Publikum über die frühen Wurzeln der Kiepert-Schule erzählen zu können.
    Im Kirchenbuch der Dorfkirche von Marienfelde ist belegt, dass das kleine Marienfelde schon 1624 einen Schulmeister hatte. Es ist der älteste Nachweis darüber, dass in Marienfelde Kinder unterrichtet wurden. Im Sommer mussten fast alle Kinder ihren Eltern bei der mühsamen Feldarbeit helfen oder andere schwere Arbeiten erledigen. Da die Kinder übers Jahr gesehen aber nicht genug lernten und vieles im Sommer wieder vergaßen, wurde seit 1778 auf Anordnung des Magistrats auch im Sommer unterrichtet. Die Bauern nahmen es mit dem Schulunterricht nicht genau, da sie ihre Kinder als Arbeitskräfte brauchten. Für das Fehlen wurden um 1830 je Kind und Tag 10 Pfennige „Schulstrafgeld" erhoben, was bei den Einwohnern Unmut erweckte. Trotzdem: noch 1894 konnten nur 7 von 16 Bauern ihren Namen schreiben. 1894 unterrichteten vier Lehrer 109 Mädchen und 107 Knaben in einem erweiterten Schulgebäude im „Dorf“. Ein zweites Schulhaus entstand 1897, eine Erweiterung 1905, ein drittes 1909, das zur Trennung von inzwischen 450 Mädchen und Knaben führte. Da sich die Landgemeinde auf den Zuzug von Beamten, Fabrikbesitzern, Kaufleuten und Künstlern einstellte, richtete sie 1911 eine „höhere Schule" (Reform-Realgymnasium) in Bahnhofsnähe ein, wofür die Eltern Schulgeld zu zahlen hatten. Diese Lehreinrichtung kam jedoch wegen des Ersten Weltkriegs über das Anfangsstadium nicht hinaus. Nach der Eingemeindung 1920 in Groß-Berlin war das Projekt nicht mehr zweckmäßig, weil sich die höheren Schulen der Nachbarorte anboten. Die 10. Grundschule erhielt am 11.11.1961 den Namen „Kiepert-Schule“. Namenspatrone waren die Brüder Adolf und Heinrich Kiepert. Bevor die Kiepert-Grundschule im April 1965 im neuen Schulgebäude eigenständig wurde, war sie mit der heutigen Solling-Oberschule in Personalunion verbunden. Beide Schulen waren in mehreren Altbauten auf dem Gelände der heutigen Solling-Oberschule in der Straße Alt-Marienfelde 52 untergebracht. 1964 feierte man am heutigen Standort auf dem ehemaligen Gelände der Baumschule an der Heilandsweide Richtfest.





    Kommentare

    Um Kommentare eingeben zu können, müssen Sie  angemeldet sein!
    Standardmäßig ist Ihr Nutzername gleich Ihre EMail-Adresse, das können Sie in "Mein Konto" ändern (auch nachträglich)!

      KEINE KOMMENTARE GEFUNDEN ...!

    Der Artikel des Monats

    Ein Gruß an unsere Leser und Les...
      BERLIN     INFORMATIVES
    Lieber KiezKontakt-Leser und Leserinnen, der Teufel steckt manchmal im Detail. Für eine Zeit war es uns nicht möglich, unsere neuen Artikel einzustellen. Aber jetzt können Sie wieder die...



    ANZEIGEN
    Kirschgarten Heinsdorf
    Ferienwohnungen und Schrebergärten, Bauland an der Fläming Skate
    www.kirschgarten-heinsd...
    Landgut Berkenbrück
    Veranstaltungsservice und Ferienhäuser
    www.landgut-berkenbruec...
    Schloss Wahlsdorf
    Beherrbergung Gastronomie an der Fläming Skate
    www.schloss-wahlsdorf.d...

    Veranstaltungen

    Termine dieser Woche

    Keine Einträge gefunden ... !


    Neueste Einträge

    Neueste Veranstaltungen:

     12.09. (18:00) Dear Germany


    Neueste Kleinanzeigen:

      Die Alte Försterei Kloster Zinna lädt ...
      Gästezimmer in Berlin Lankwitz
      Ferienwohnung direkt an der Fläming Ska...
      Tierbetreuung bei Ihnen zu Hause
      Haushandwerker gesucht
      Der Urlaub beginnt in 30 Minuten.


    Neueste Unternehmen:

      Heike Bückner
      Luisa Lamade
      SBH Nord GmbH
      SBH Nord GmbH
      Anna Breiding
      Edition Monhardt | Stefan Monhardt