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    31.05.2015
    Abschied aus Marienfelde -
           
    Die Schulschwestern verlassen Berlin
      MARIENFELDE     KIRCHE

    © Foto: Kiezkontakt
    Bei einem feierlichen Festgottesdienst mit dem Berliner Weihbischof Wolfgang Weider in der kath. Kirche St. Alfons in Berlin-Marienfelde wurden am 03. Mai 2015 die Ordenaschwestern der ‚Armen Schulschwestern von unserer Lieben Frau’ von der Gemeinde und vielen Gästen verabschiedet. Über 60 Jahre waren die Schwestern in Berlin-Marienfelde ansässig und wirkten und arbeiteten in zahlreichen Institutionen in der gesamten Stadt.

    Mit der Entscheidung das Kloster in Berlin-Marienfelde aufzugeben, wird das letzte Haus der Schulschwestern in der ehemaligen Ordensprovinz Berlin geschlossen. Konfrontiert mit dem Älterwerden der Schwestern und dem Rückgang der Mitglieder wurden bereits 2006 die Berliner Schwestern in die Bayerische Provinz verwaltungstechnisch eingegliedert. In diesen Tagen werden nun die letzten verbleibenden Berliner Schulschwestern die Stadt Richtung Süddeutschland verlassen.

    Die Zeugnisse ihres Wirkens in der Stadt sind beachtlich und werden den Berlinern erhalten bleiben. Zahlreiche konfessionelle Schulen, wie die St. Alfons Schule in Lankwitz, die St. Ludwig Schule in Wilmersdorf oder die Marienschule in Berlin-Neukölln und die St. Paulus Schule in Moabit wurden von den Schulschwestern ins Leben gerufen und von ihnen über Jahre geleitet und geprägt.

    Dabei war der Anfang in Berlin für die Schulschwestern kein leichter. 1945 sahen sich die Schulschwestern der Provinz Breslau durch die Vertreibung der Deutschen und die herannahende sowjetische Armee gezwungen, ihre Heimat gen Westen zu verlassen. Viele dieser Schwestern fanden in Berlin, wo bereits in Niederschönhausen Schwestern des Ordens lebten, eine erste Anlaufstelle. Nun musste ein neues Mutterhaus gefunden werden. Der Provinzleitung wurde 1946 eine Villa in der Marienfelde Emilienstraße 15-17 angeboten und nach mühevoller Renovierung der „durch die Besatzer demolierten Villa“ wurde das Mutterhaus am 02. Januar 1947 gegründet. Bereits wenige Tage später gelang es den Schwestern im eigenen Haus einen Kindergarten zu eröffnen, der bis heute in unmittelbarer Nachbarschaft nunmehr als Kita St. Alfons unter der Leitung der örtlichen Kirchengemeinde geführt wird.

    Einen massiven Einschnitt bedeutete für die Schwestern der Bau der Berliner Mauer. Fortan gab es neben der Provinz Berlin die Region DDR mit zwei Ordensleitungen und getrennten Noviziaten. Trotz aller Schwierigkeiten hielten die Schwestern von Ost und West Kontakt. Die Öffnung der Grenzen nach dem Fall der Mauer brachte auch der Provinz Berlin einen Neuanfang in einer neuen Einheit. Mit den Jahren zog sich der Orden aus Altersgründen aus seinen Institutionen zurück und legte die Aufgaben in die Hände weltlichen Personals. Ein Neubau, der 2000/2001 neben dem alten Mutterhaus in der Marienfelder Bruno-Möhring-Straße geschaffen wurde, diente fortan als neuer Wohnraum für alle Schwestern der Berliner Provinz. Die Backsteinvilla in der Emilienstraße wurde verkauft.

    Auch nach dem Ausscheiden der Schwestern aus dem aktiven Berufsleben diente das Kloster in Marienfelde vielen Menschen als Anlaufpunkt zum Austausch im Gespräch und zum Feiern des Gottesdienstes in der Kapelle der Schwestern. Die Verbundenheit und Dankbarkeit der Menschen zeigte sich während der Abschiedsfeierlichkeiten auch in einer spontanen Befragung einer Rednerin unter den Anwesenden. Vom Kleinkind bis zum Großvater waren ehemalige Schützling von nah und fern gekommen, um den Schulschwestern ihre Anerkennung auszusprechen.

    Der Abschied der Schulschwestern aus Berlin ist ein leiser. Genauso wie ihr Handeln und ihr Arbeiten nie laut waren. Durchdringend und erfolgreich war ihr Wirken trotzdem, davon zeugen die viele, viele Früchte...


    Neue Nutzung: Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung

    Das Gelände der „Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau Marienfelde e.V.“ an der Bruno-Möhring-Straße hat seit Juni 2015 einen neuen Besitzer: Bereits in den kommenden Wochen wird die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung e.V. (KAS) mit ihren Berliner Mitarbeitern dort einziehen und mittelfristig ihren Hauptverbandssitz etablieren. Noch ist die KAS mit ihrer originären Geschäftsstelle in Bonn ansässig, hat sich 2013 aber Entschieden, ihren Hauptsitz nach Berlin zu verlegen. Das ehemalige katholische Ordensgelände an der Bruno-Möhring-Straße bot dem Verein dafür optimale Bedingungen. Die KAS wird nun in Teilen der bestehenden Gebäude ihre Interimsbüros beziehen und plant gleichzeitig parallel den Abriss anderer Anlagetrakte und den Neubau einer Geschäftszentrale sowie sozialer Wohnbaueinheiten im Gelände. Die alte „Herz-Jesu- Kapelle“ und einen Teil des Schwesternwohnbereiches nutzt der Verein bereits jetzt für Gottesdienste ebenso wie als Tagungshaus für eigene sowie Bundeswehr- und Militärseelsorge-Veranstaltungen. Die KAS ist die Betreuungsorganisation des Katholischen Militärbischofs und unterstützt die Bundeswehr in Betreuungs- und Fürsorgeaufgaben für die Soldatinnen und Soldaten. Als gemeinnützige, katholische Organisation möchte sie den sozialen Rückhalt der Bundeswehr in Familien, Gemeinden und Garnisonen stärken und einen Ausgleich zu den Herausforderungen des militärischen Dienstes schaffen. Dafür engagiert sie sich in der Erwachsenenbildung, richtet freizeit- und familienpädagogische Veranstaltungen für Bundeswehrangehörige aus und unterstützt die Militärseelsorger bei ihrer Arbeit. Die KAS ist sowohl an den deutschen Inlandsstandorten wie auch in den Einsatzgebieten der Bundeswehr aktiv und richtet ihr Angebot an alle Angehörigen des deutschen Militärs, unabhängig von individueller Konfession, Dienstgrad, Herkunft usw. Sie wurde 1956 gegründet. Vorsitzende der KAS ist MdB Gisela Manderla (CDU), ihr Geschäftsführer Diakon Gregor Bellin.

    Mehr Informationen: www.KAS-Soldatenbetreuung.de, Ansprechpartner: Tabea Bozada, Leiterin Marketing & Öffentlichkeitsarbeit, Fon: 030 8866 780 -11





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