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    01.03.2016
    Kriegsende in Osdorf
           
    Führung am 01.05.2016
      TELTOW-FLÄMING     FÜHRUNGEN GESCHICHTE

    © Foto: Kiezkontakt
    Der Historiker Jens Leder hat sich mit der Geschichte des zu DDR-Zeiten geschleiften Dorfes und Rieselgutes Osdorf an der Grenze zu Berlin-Lichterfelde beschäftigt. Nach dem Mauerbau lag der Ort im Sperrgebiet. Im Jahre 1970 wurde er bis auf die große Gutsscheune abgerissen. Die Hälfte des Gutswaldes, des jetzigen Osdorfer Wäldchens, rodete man, damit die Grenzsoldaten ein besseres Sicht- und Schussfeld hatten. Osdorf weist eine Geschichte von mehr als 600 Jahren auf, die Jens Leder Interessenten auf einer zwei- bis dreistündigen Führung erzählen möchte.

    Nachdem am 31. Januar 1945 die Rote Armee die Oder bei Frankfurt und Küstrin erreicht und am 16. April zur Endoffensive an der Oder und Neiße in Richtung Berlin begonnen hatte, nahm sie im Kreis Teltow am 21. April als erste Orte Wünsdorf und Zossen ein und stand am darauf folgenden Tag im Raum Teltow-Stahnsdorf. Am 22./23. April 1945 besetzte die 3. Gardepanzerarmee der 1. Ukrainischen Front Osdorf und rückte über die Osdorfer Straße nach Berlin ein. Ein Bataillon des SS-Kraftfahrausbildungs- und Ersatzregiments aus Berlin-Lichterfelde bildete südlich vom Gut Osdorf die Verteidigungslinie Ruhlsdorf-Heinersdorf. Bereits am 22. April stand dieses in heftigen Gefechten mit den sowjetischen Panzern und nachfolgenden Schützeneinheiten. Es musste daraufhin seine Stellung um einen Kilometer in Richtung Osdorf verlegen. Im Gutswald wurde es von den Sowjets überrascht und eingeschlossen. Die Einwohner des Ortsteiles Osdorf flüchteten nach Schiaß bei Saarmund. Zuerst gelangten sie am 23. April 1945 zunächst nach Kerzendorf, wo sie in einer Scheune übernachteten. Während der Flucht aßen sie auf offenem Feuer zubereitete Grütze. Einen Tag später erreichten sie Großbeuthen. Im dortigen Gutshaus wurden sie mit Büchsen mit Fleisch- und Leberwurst versorgt. Am 26. April kamen sie über Blankensee in Schiaß an, welches von den Sowjets bereits eingenommen worden war. Am 28. April kehrten die Bewohner wieder nach Osdorf zurück. Osdorfer wurden sogar am 23. April beim Volkssturm südlich vom Osdorfer Wäldchen in Richtung Großbeeren erschossen und am 22. August 1950 im Soldatengrab auf dem Heinersdorfer Friedhof beigesetzt. Insgesamt ruhen in diesem Massengrab 45 Personen. Ferner ließen einige Männer aus Lankwitz und Lichterfelde ihr Leben und wurden in einem Massengrab beerdigt. Diese wurden aber am 5. Juni 1945 auf den Friedhof in der Langen Straße in Berlin-Lankwitz umgebettet. Drei Tage vor der Kapitulation Deutschlands übernahmen die Sowjets am 5. Mai 1945 die Verwaltung des Gutes Osdorf, dessen Inventar zum Großteil zerstört und dessen Vieh erschossen oder vertrieben war. Somit erlebte es bald ein neues totalitäres System, unter dem es in Konfrontation mit der westlichen Demokratie im Kalten Krieg schließlich ausradiert wurde.

    Der Rundgang findet am 1. Mai 2016 statt und beginnt um 14 Uhr. Der Treffpunkt ist der Parkplatz an der Fläche des wieder aufgeforsteten Osdorfer Wäldchens an der Osdorfer Straße. Interessenten können sich bei Jens Leder melden und für das Jahr weitere Termine vereinbaren.

    Fahrverbindungen: S-Bahnhof Osdorfer Straße, Bus 186 (vom Lichterfelder Ring Gehstrecke bis zum Ende der Osdorfer Straße an der Berliner Stadtgrenze)

    Kontakt:
    Tel.: 030/75479041
    Mobil: 0174/5356721
    E-Mail: histoleder71@gmx.de





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