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    17.03.2017
    Empört - Versuch einer Gegendarstellung
           
      MARIENFELDE     GESCHICHTE POLITIK

    © Foto: Veranstalter
    Jürgen Geisler ist empört. Unterstützt von anerkannten Sportvereinen und den Gemeinden im Stadtteil Marienfelde organisiert der Vorsitzende der Kyffhäuser-Kameradschaft Marienfelde seit Jahrzehnten die feierliche Kranzniederlegung zum Volkstrauertag am Gedenkstein in Alt-Marienfelde. Es werden Redner eingeladen, wie zuletzt Staatssekretär Alexander Straßmeier oder der lokale CDU-Politiker Florian Graf. Auch die Gemeindepfarrer beteiligen sich an dieser Veranstaltung. Die Teilnehmer erinnern an gefallene Soldaten in den Weltkriegen, aber auch an die vielen Opfer, die Krieg und Kampf auf der Welt in diesen Tagen fordern. Der Sonari-Chor singt. Kränze werden niedergelegt. Im Selbstverständnis der Kyffhäuser-Tradition wird die Gedenkstunde mit dem Deutschlandlied beendet.
    Nun sehen die Teilnehmer das über Jahre anerkannte Gedenken ins falsche Licht gesetzt und instrumentalisiert. Im November 2016 hatte man sich noch über den unangekündigten Besuch eines rbb-Fernsehteams zur Kranzniederlegung gefreut. Doch in der Abendschau am selben Tag war kein Beitrag zu finden. Völlig überrascht fanden sich dafür die Initiatoren am 31.01.2017 in der rbb-Sendung „Stunde der Populisten“ wieder. Der Vorsitzende der Kyffhäuser-Kameradschaft verwahrt sich in einem Schreiben an den rbb auf das Schärfste, dass die Gedenkveranstaltung in einen Zusammenhang mit der AfD gebracht zu wird. „Die Marienfelder Veranstaltung, die von den Marienfelder Vereinen getragen wird, ist seit 1952 im Rahmen des Volkstrauertages als eine Stunde der Mahnung gegen Krieg und Gewalt und für Toleranz gezeichnet.“, interveniert Geisler schriftlich beim rbb. „Wir lassen uns nicht in die ’rechte Ecke’ drängen. Die Marienfelder Vereine Kyffhäuser-Kameradschaft Berlin-Marienfelde 1876 e.V., TSV Marienfelde 1890 e.V., Stern Marienfelde, die Kolpingsfamilie Marienfelde und der Sonarichor Berlin erwarten, dass es vor oder nach der Sendung einen entsprechenden Hinweis gibt, der unseren Protest gegen die Veröffentlichung der Filmaufnahmen im Zusammenhang mit der AfD zum Ausdruck bringt.“ „Dass die Aufnahmen einer solchen Gedenkstunde mit zweifelhaften Kommentaren und Bewertungen zu unserer Nationalhymne hinterlegt waren und von Aufnahmen des Rechtspopulisten Wild  mit selbstdarstellerischen Texten dominiert waren, wird der Ernsthaftigkeit der Durchführung dieser Gedenkstunde nicht gerecht.“, führt Jürgen Geisler weiter gegenüber dem rbb aus. Wild ist Berliner AfD-Politiker, der mit seinen Thesen ein ausführliches Forum während der Sendung erhielt. Er sang im Chor zum Volkstrauertag mit. Der rbb rechtfertigt seine Berichterstattung mit der Öffentlichkeit der Veranstaltung und erwidert auf die Eingabe mit den Worten “Wir haben lediglich eine Situation eingefangen, die Teil der sozialen Wirklichkeit im Berliner Süden ist: Dass nämlich ein AfD-Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses mit seinem Chor bei so einer Gelegenheit auftritt. Diese Situation haben wir nicht bewertet. Warum auch? Die AfD ist eine demokratisch legitimierte Partei, deren Mitglieder zumeist aus der Mitte der Gesellschaft kommen.“ Darauf erwiderte Jürgen Geisler: „Meiner Meinung nach wurden die Aufnahmen von der Gedenkstunde ohne die Möglichkeit einer Stellungnahme des Veranstalters für die durchsichtigen Ziele der AfD instrumentalisiert. ... Eine sorgfältige Recherche mit der Möglichkeit einer Stellungnahme unsererseits hätte den Eindruck von Verunglimpfung gar nicht erst aufkommen lassen. ...Und es war auch nicht der Chor des Herrn Wild, sondern der in und über Berlin hinaus bekannte Sonari-Chor an der Feierstunde beteiligt. Dass eines der Chormitglieder ein AfD-Funktionär ist, war hier nicht bekannt.“

    Sein abschließendes Unverständnis drückt Jürgen Geisler gegenüber dem rbb mit den folgenden Worten aus: „Eine Gedenkveranstaltung wie die, die wir alljährlich zum Volkstrauertag ausrichten, ist in dieser würdigen Form nur möglich durch großes Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer, die bereit sind, Zeit und Geld einzubringen - all diesem haben Sie mit Ihrer missverständlichen, ja fast herabwürdigenden Darstellung einen Bärendienst erwiesen.“

    Die Aussichten auf eine Gegendarstellung vom rbb ist als gering einzuschätzen.

    Die Sendung "Stunde der Populisten" wurde am 31.01.2017 ausgestrahlt und ist im Internet in der rbb Mediathek zu finden. Die diskutierten Sequenzen findet man zwischen Minute 7 bis 15.  





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