(Druckversion: Ein Artikel von Kiezkontakt-Online vom 28.04.2014)
Fusion und Neubeginn – SängerInnen willkommen
Lankwitzer Kantorei
  LANKWITZ STEGLITZ|ZEHLENDORF    KIRCHE KONZERTE KULTUR

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Lankwitzer Kantorei

Ostern war es so weit. Aus den verschiedenen Kantoreien der vier Lankwitzer Kirchengemeinden (Dreifaltigkeit, Dietrich-Bonhoeffer, Dorfkirche Alt-Lankwitz und Paul-Schneider) wurde eine große "Lankwitzer Kantorei" gebildet. Die Leitung liegt in den Händen von KMD Christian Finke, der seit 1985 Kantor an der Dreifaltigkeitsgemeinde ist.

Das erste große Projekt als Lankwitzer Kantorei ist bereits in Planung und soll auch neue Sängerinnen und Sänger gewinnen: Die Saint Nicolas Kantate op. 42 von Benjamin Britten. Sie soll am 6. Dezember 2014 aufgeführt werden.

Benjamin Britten wäre im vorigen Jahr 100 Jahre alt geworden. Das Werk entstand 1947/48 und war ein Auftragswerk des Lancing College zu dessen 100-jährigem Jubiläum. Ein Lehrer schlug als Stoff die Geschichte des Hl. Nikolaus vor, der neben zahlreichen anderen Berufgruppen auch als Schutzpatron der Schüler und Studenten gilt. Britten fand diese Idee sehr reizvoll und schuf innerhalb nur weniger Monate nach dem Libretto von Eric Crozier eine Kantate, die in neun Abschnitten das Leben und Wirken des Hl. Nikolaus erzählt. Die Musik ist teils für professionelle Musiker geschrieben, teils – das sind die Partien des großen Chores und des Kinderchores – für Laienmusiker. Zur Besetzung gehören daneben ein Tenor, Schlagwerk, Streicher, zwei Klaviere und die Orgel. Auch die Zuhörer werden am Ende in die Musik einbezogen.

SängerInnen willkommen

Wer gut bei Stimme ist und Lust hat, mit der neuen Lankwitzer Kantorei zu singen, ist herzlich eingeladen, zu einer Probe vorbei zu kommen. Die kommenden Proben finden ab dem 8.5. jeweils donnerstags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr im Kirchraum der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde statt und nach den Sommerferien ab 26.8. jeweils zur gleichen Zeit dienstags im Gemeindesaal der Dreifaltigkeitsgemeinde. (Anmeldungen bitte bei KMD Christian Finke unter 76680165 oder c.finke@berlin.de.)

Lankwitzer Chorarbeit In den bald 30 Jahren fanden mit der Kantorei der Dreifaltigkeitsgemeinde zahlreiche gelungene Aufführungen von Kantaten und Oratorien von Bach, Händel, Mozart, Rheinberger, Brahms, insbesondere aber auch von Werken aus dem 20. Jahrhundert von Max Reger, Frank Martin, Benjamin Britten, Curt Protze, Arvo Pärt, Helmut Barbe oder Manfred Schlenker statt. Auch Uraufführungen von Dietrich Lohff („Der Weg nach Golgatha“) und drei eigene („Hiobs Botschaft“ 1996, „Paulus in Korinth“ 1999 und „Passiones“ 2004), die in Zusammenarbeit mit Gottfried Brezger und Thomas Holm entstanden, kamen zur Aufführung. Dazu führte eine gewisse Reiselust den Chor in Länder wie Schweden, Dänemark, Polen, Tschechien, Ungarn, Österreich, Portugal und sogar zu den Partnergemeinden in Südafrika.

Die Kantorei der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde wurde in den 60iger Jahren von Ehepaar Wihstutz gegründet und von Ingeluise Laute und später von Kantor Sebastian Schwarze bis zu seinem Weggang vor 5 Jahren weitergeführt. Auch dieser Chor hat große Erfahrungen in Aufführungen großer Oratorien gesammelt. Zuletzt verabschiedete sich Sebastian Schwarze mit einer fulminanten Aufführung des "Messias" von Händel. 2009 übernahm Christian Finke nach dem Weggang von Sebastian Schwarze auch die Kantorei der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Es folgten Konzerte mit Werken von von Bach, Mozart, Haydn, Lohff, Gottesdienstsingen, jährlichen Probenwochenenden und 2011 eine Reise nach Masuren.

Das Profil der Chöre war fast gleich: Chormusik für die Gottesdienste sowie die Erarbeitung der klassischen Kantaten und Oratorien. Was lag näher, als bei schwindenden und umzustrukturierenden Kräften auch im Personalbereich, die Kantoreisänger/innen aus ganz Lankwitz (hierzu zählt letzlich auch die – inzwischen beendete – Arbeit von Jörg Biedermann mit seiner Alt-Lankwitzer Kantorei) zum Wohle einer kräftiger klingenden und auf die Zukunft ausgerichteten Chorarbeit in Lankwitz zusammen zu bringen. Bei den großen Aufführungen in den letzten Jahren war das bereits der Fall.