(Druckversion: Ein Artikel von Kiezkontakt-Online vom 22.09.2014)
Leben und Sterben in Marienfelde
Buchneuerscheinung
  MARIENFELDE     INFORMATIVES

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„Leben und Sterben in Marienfelde“

Im September 2014 erscheint ein weiteres Buch des Marienfelder Heimatforschers Hans-Werner Fabarius in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Historisches Marienfelde, das von der evangelischen Kirchengemeinde Marienfelde vertrieben wird. Es behandelt das „Leben und Sterben in Marienfelde“. Drei Jahrhunderte Sozialgeschichte, von der Dreifelderwirtschaft zum Industriezeitalter, werden darin an Hand von detaillierten Quellenangaben beschrieben und in einen Kontext gesetzt. Eine Fundgrube für geschichtlich Interessierte und auch Ahnenforscher, ein Spiegel der Jahrhunderte, der Alltägliches der Menschen von damals – Leben und Sterben – in den Vordergrund rückt.

Wichtige Quellen, aus denen umfangreich zitiert wird, waren bei dieser Arbeit die Kirchenbücher von 1606 bis 1772 und von 1772 bis 1887. Die Heirats-, Tauf- und Beerdigungsregister zeigen eine Fülle von Schicksalen von Marienfeldern, die nun dank der akribischen Arbeit des Heimatkundlers Hans-Werner Fabarius entziffert und erfasst wurden und einer Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Umfangreiche Dorfakten um 1790 erzählen zum Beispiel von einem Bierkrieg des Krug- besitzers und Schulzen Daniel Wiese, wobei es darum ging, statt Teltower Bier das bevorzugte Berliner Bier ausschenken zu dürfen. Man hatte ihn beim Steuereinnehmer der Kreisstadt Teltow angezeigt. Wiese gewann diesen Aufsehen erregenden Prozess, bei dem der Berliner Magistrat ihn ohne Zweifel juristisch unterstützte. Wiese hatte sich gegen die Auflagen aus Teltow gewehrt, wie es in der Dorfakte 80 heißt, indem er schrieb, dass keiner den „Teltower Krähendreck“ trinken will. Sollte ich verbunden seyn, das Bier aus Teltow zu nehmen, so will ich lieber den ganzen Krugschank einstellen. Denn wer’s getrunken hat, kommt nicht wieder. Heute darf man darüber schmunzeln. Welche Leistung hinter dem Entziffern der alten Handschriften, Deuten und Zuordnen steckt mag ein Beispiel der unterschiedlichen Schreibweisen des Ortes „Marienfelde“ verdeutlichen. Wie wandelbar Wörter sind, die zu damaliger Zeit noch nicht festgelegt waren, sondern nur niedergeschrieben wurden, wie das Gehör sie mundartlich aufnahm, zeigt ein Beispiel im farbigen Kasten.

Das Buch ist für 8 Euro bei der Evangelischen Kirche Marienfelde, Waldsassenerstr. 9, zu erwerben. Telefon: 721 80 36, Email kontakt@marienfelde-evangelisch.de, Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do 10-14 Uhr und Di 15-19 Uhr.


Kleines Heimatkundler-Quiz

Welcher Ortsname steckt hinter diesen mundartlich überlieferten Worten? (Bitte laut vor sich hinsprechen):

Margenfeld(e)
Marchenfelte
Mergenfeldt
Merg(h)envelde

Auflösung: Marienfelde